Der Sloughi
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![]() Der Sloughi hat das typische Exterieur des orientalischen Windhundes: Ohne lange Haare oder Fransen zeigt er seine quadratische Körperform mit den klar gemeißelten Umrissen. Der edle Sloughi ist trocken wie das arabische Vollblutpferd. |
Europäische Reisende und Entdecker,
die es zu Beginn des 19. Jahrhunderts in zunehmendem Maße reizte, die bis dahin
verschlossene arabische Welt und das unzugängliche Nordafrika zu erforschen,
brachten zusammen mit einem bunten Bilderbogen an Berichten, die Kunde von
Sloughi, dem Windhund Nordafrikas, mit. Die ausführlichste und treffendste
Schilderung überhaupt gab Mitte des vorigen Jahrhunderts, nach dem Einzug der
Franzosen in Algerien, der französische General Daumas. In seinen Büchern
über die Sahara, das Leben und die Gebräuche der Araber setzte der bekannte
Hippologe und Arabienkenner auch dem Sloughi ein historisches Denkmal.
Mit großem Einfühlungsvermögen für die afrikanisch-arabische Welt zeigt Daumas den Sloughi als den noblen Jagdgefährten der Beduinen, der die aufmerksamste Behandlung erfährt, der als Welpe erforderlichenfalls an der Brust der Frau genährt wird, der im Zelt an der Seite seines Herren schläft, der durch Decken vor der Kälte geschützt und mit Halsbändern und Talismanen geschmückt wird, der vom besten Essen erhält, der gastlich aufgenommen wird, wenn sein Herr Besuche macht, der von hohem Wert ist, wenn er durch Jagen die Familie ernährt, der am Ende seines Lebens beweint und betrauert wird. Sein Wesen wird als klug und edel beschrieben, seine Manieren als vornehm und stolz.
Der Sloughi hat das typische Exterieur des orientalischen
Windhundes: edler Kopf mit hängenden oder leicht eingeschlagenen Ohren, langer
Hals. Ohne den Mantel des Afghanen, ohne die verspielte Befederung des Salukis
zeigt er seine quadratische Körperform mit exakter gerader Linienführung und
tiefer, geräumiger Brust bei aufgezogener Bauchpartie. Dabei ist er besonders
hochbeinig und hat kräftige, gesunde Füße. Wie gemeißelt erscheint die
Klarheit seiner Umrisse, wenn der Sloughi in richtiger Kondition ist. Die Adern
und Sehnen zeichnen sich beim edlen Sloughi ab; er ist trocken wie das arabische
Vollblutpferd.
Seine Schönheit hat etwas Besonderes, Asketisches. Sein
melancholischer Ausdruck fasziniert. Der Blick seiner schwarz umrandeten Augen,
die geschminkt wirken wie die einer orientalischen Tänzerin, dringt tief und hält
einen fest.
Es gibt nur drei Farben: sandfarbig (von hellsand bis rötlich,
in allen Schattierungen, wie auch der Wüstensand), schwarz mit lohfarbenen bzw.
gestromten Abzeichen und gestromt. Die dunkleren Farben kommen, neben sand, in
Übereinstimmung mit der Landschaft eher im Norden bzw. der Mitte der Maghrebländer
vor, während in der Sahara der Sloughi so hell ist wie der Lichtschein auf dem
Sand.
Ähnlich angepaßt ist das Format der Sloughis: Der große,
kräftigere Typ ist an die nördlichen Regionen und die Atlaszonen gebunden, während
die Sloughis der südlichen Randgebiete der Sahara zierlich, fein und trocken
sind. Die Schulterhöhe soll nach dem gültigen Standard zwischen 61 und 72 cm
liegen.
Noch absolut nahe ihrem Ursprung zeichnen sich die
Sloughis durch ihre gesunde Konstitution aus. Trotz aller Feinheit sind sie
kraftvoll, zäh und robust. Ihre Vitalität war der Garant für das Überleben
unter extremen Bedingungen.
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Milder Blick aus schwarzen, wie geschminkt wirkenden Augen: Zwei edle,
hellsandfarbene Sloughis im Profil.
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Der Sloughi ist von ursprünglichem, unverbildetem Wesen
und in jeder Hinsicht instinktsicher. Geburt und Aufzucht der Jungen können
noch vollkommen natürlich und unabhängig von menschlicher Hilfeleistung
erfolgen. Im Zusammenleben mit seinen Artgenossen können, ähnlich wie im
Wolfsrudel, uralte Verhaltensmuster beobachtet werden, die durch ausdrucksvolle
Gesten, Rituale und Rangordnungsspiele zum Ausdruck kommen. Das Gesicht des
Sloughi zeigt eine lebhafte Mimik und Ausdrucksfähigkeit. Seine Stimmung und
Absicht ist so deutlich abzulesen.
Der Sloughi ist ein zärtlicher Familienhund und ein überaus
angepaßter Hausgenosse. Er schließt sich dem Menschen sehr eng an und wird
seinem Herrn treu.
Der Sloughi ist intelligent und stolz, dabei bei
Gelegenheit durchaus wachsam. Viele lassen nicht mit sich spaßen, wenn die
Sicherheit oder das Eigentum ihres Herrn oder ihrer selbst bedroht scheint. Der
eigenen Familie und deren guten Bekannten gegenüber sind sie zuverlässige
Freunde. Kindern zeigen sie sich in der Regel geduldig und nachsichtig. Fremden
gegenüber verhalten sie sich oft reserviert.
Von großer Bedeutung für die spätere Entwicklung des
Sloughis ist seine Jugendprägung. Besonders in seiner frühen Jugend braucht er
viel menschlichen Kontakt, um die Möglichkeiten voll zu entfalten, die in ihm
liegen. Wie im allgemeinen beim Windhund sind auch beim Sloughi Kommandoton und
Dressurhaltung fehl am Platz. Mit freundlicher, geduldiger Ansprache und
Belohnung wird man den meisten Erfolg haben. Ein selbstbewußter Rüde verträgt
in der Regel auch mal ein energisches Wort.
Sloughis sind von sich aus reinlich. Sie putzen und lecken
ihr Fell in Katzenmanier. Regen und Schmutz verabscheuen sie. Sauberkeitsbewußte Besitzer brauchen lediglich zu Zeiten des Haarwechsels die
abgestoßenen Haare mit einem Noppenhandschuh zu entfernen.
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Der Rüde hat eine deutlich maskuline Ausstrahlung. Adel und Anspruch dieses
Sloughi-Rüden werden stark vom Kopf, den Augen und dem bestimmten Auftreten
geprägt.
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Das Sloughi-Portrait von Daumas, das den nordafrikanischen
Windhund inmitten der jahrhundertealten Tradition der Wüstenbewohner zeigt,
blieb die klassische Beschreibung der Rasse, die von den meisten Literaten übernommen
wurde und auch bei Brehms Tierleben wiederzufinden ist. Verschiedene andere
Reisende und Naturforscher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erwähnten
den Sloughi ebenfalls in ihren Berichten, so zum Beispiel Nachtigall, Rohlfs,
Kobelt und die Franzosen Gehel, Comte d’Inghuem, Pierre d’Arc etc. Bei
vielen früheren Beschreibungen durch Europäer spürt man aber immer wieder das
Bemühen, den Sloughi zum englischen Greyhound in Bezug zu stellen, den man
damals am besten kannte und für den „Windhund par excellence“ hielt. Der
deutsche Reisende Kobelt, der überall, wo er hinkam, auch ein offenes Auge für
Hunde hatte, hinterließ in seinen Reiseerinnerungen eine treffende
Kennzeichnung: „...ein prachtvoller wolfsstreifiger (gestromter) Windhund, ein
echter Sloughi der Wüste, eine schöne Rasse, ganz unserem großen Windhund
gleich, vielleicht etwas stärker gebaut, mit hängenden Ohren, ungemein graziös
und vornehm in seinen Bewegungen... Sie halten sich getrennt von den gemeinen
Dorfhunden wie von einer anderen Art. Ihre Schnelligkeit ist sehr groß, aber
nur die besten, in den Händen der vornehmsten Chefs, können eine Gazelle
fangen. – Der Sloughi ist Liebling der Araber und seiner Kinder, lebt auch im
Zelt, wird bei Erbteilungen so geschätzt wie ein Pferd.“
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Hochläufiger, edler Abkömmling der schwarzen Sloughis von Marokko (schwarz
mit lohfarbenen Abzeichen). |
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All die Sorgfalt und die Pflege in seinen Ursprungsländern
wurde dem Sloughi nicht nur um seiner selbst willen zuteil, sondern wegen seiner
außergewöhnlichen Fähigkeiten. Bezüglich seiner Erziehung zur Jagd heißt es
bei Daumas: „Demungeachtet wird der Sloughi noch nicht zur Jagd verwendet, höchstens
nachdem er 15 oder 16 Monate alt geworden ist, gebraucht man ihn wie die übrigen,
aber von diesem Augenblick an mutet man ihm auch fast das Unmögliche zu, und er
führt das Unmögliche aus.“
Man kann den Sloughi zurückverfolgen bis in die Zeit der
Pharaonen. Schon auf den Wandreliefs ägyptischer Monumente wurden seine
Vorfahren in Jagdszenen dargestellt. Noch ältere Zeugnisse des glatthaarigen, hängeohrigen
Windhundes sind aus der Blütezeit der mesopotamischen Kultur erhalten. Mit den
Wanderzügen der arabischen Eroberer kam er ab dem 7. und 8. Jahrhundert n. Chr.
in den Maghreb. Dort waren bereits glatthaarige Windhunde vorhanden. Spätestens
seit der Zeit der Römerherrschaft sind sie auch auf den Jagdmosaiken
dokumentiert: hetzende Windhunde in den Farben hellsand, rötlich, schwarz und
gestromt. Es ist anzunehmen, daß ihr Erbe mit dem der Orientalen zum Typ des
heutigen Sloughis Nordafrikas verschmolz.
Weniger bekannt ist, daß es Sloughis noch in den im Osten
an das Mittelmeer angrenzenden Ländern gibt, wo sie von Saudi-Arabien bis
Syrien neben den Salukis anzutreffen sind. Vielfach sind die Stämme dort aber
blutsmäßig miteinander verwoben und Saluki und Sloughi als Rassen nicht
definitiv trennbar.
Der Sloughi wird auch Arabischer Windhund genannt, obwohl
er ebenso der Windhund der Berber ist, der eingesessenen Altbevölkerung
Nordafrikas. Als Ursprungsländer des Standardsloughis zählen die
nordafrikanischen Maghrebstaaten Marokko, Algerien und Tunesien, auch Libyen
kann noch dazugerechnet werden. Dort kommt er genetisch rein und unverwechselbar
vor.
Auch in Nordafrika zieht die Neuzeit ein. Die
Lebensbedingungen für Nomaden und Windhunde sind nicht mehr die gleichen wie
noch zu Zeiten von Daumas. Auch die Tage der großen Sultane und Scheichs sind
vorbei, die noch zu Beginn dieses Jahrhunderts berühmte Sloughi-Zuchten mit 60
Tieren, dazugehörigen Pferden und einer Schar von Dienern zu ihrer Betreuung
unterhielten. Das Jagdverbot im Marokko des 20. Jahrhunderts hatte zusätzlich
eine ziemliche Repression für die Rasse zur Folge. Französische Marokkokenner
klagten, daß man dem Sloughi die Hasen nicht gönne, dabei aber nicht bedenke,
daß der Sloughi ein bedeutender Schakal- und Fuchsjäger sei, also Tiere
dezimiere, die ihrerseits die Hasen fangen und darüber hinaus auch den Herden
schaden. Aus jener Zeit resultiert auch eine Vernachlässigung der Hochzucht, so
daß man nicht nur auf wenig sorgfältig gezüchtete Hunde treffen kann, sondern
auch auf Bastarde. Zur Zeit der großen Scheichs wäre das nie vorgekommen,
versichern einheimische Sloughi-Kenner.
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Doch trotz des Jagdverbotes gilt: Das Land ist weit und
die Passion für den Sloughi tief verwurzelt. Fernab der großen Städte und
Touristen-Mekkas wird in den unzugänglichen Landesteilen die Sloughitradition
noch nach der alten Weise gepflegt. Der Anschluß an die internationale
Kynologie hat auch dem modernen Araber wieder ein Gefühl für den Wert der
eigenen Rasse gegeben: Stolz auf den Nationalhund und die arabische Tradition.
Der Stolz des einfachen Berbers auf seinen Sloughi gründet weniger in
Emotionen, wie bei hiesigen Hundefreunden, als vielmehr im ganz praktischen
Nutzen des jeweiligen Tieres.
Für die Mitglieder arabischer Königshäuser ist die Jagd
nach wie vor privilegierter und leidenschaftlich betriebener Sport, den sie sich
etwas kosten lassen. Heute fliegt man zu Jagdexkursionen in geeignete Gebiete,
wo neben Falken durchaus auch die arabischen Windhunde Gelegenheit erhalten,
ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Auf einigen Reisen durch Nordafrika haben wir uns aus
eigener Anschauung ein Bild über die heutige Situation der Sloughis in ihrer
Heimat gemacht. Wir trafen sie in den entlegenen Ansiedlungen im weiten
marokkanischen Hügelland, wo die lehmgeputzten, strohgedeckten Berberhöfe mit
der Farbe des Landes verschmelzen. Hier bewegten sich die großen,
bewundernswert gut gewachsenen Sloughis relativ frei, ohne auch nur einem der
vierfüßigen oder federtragenden Haus- und Weidetiere zu nahe zu kommen.
Die edlen Sloughis sind für die Hasenjagd bestimmt, während
kräftig gezüchtete Rüden, mit ruhmreichen Narben bedeckt, von ihren Besitzern
hinter räuberischen Schakalen hergeschickt werden, um die Herde zu schützen.
Die wenigen Sloughis am Rande der großen Städte werden entweder von Europäern
oder von Angehörigen der arabischen Oberschicht aus Freude an der schönen
Rasse gehalten.
In den Oasen des Südens leben die Sloughis meist hinter
den weißen Mauern der kubischen Häuser und Höfe, wo sie die heißen
Tagesstunden ruhend im Schatten verbringen. Von Zeit zu Zeit geht es hinaus in
die Sahara, wo es noch Wüstenhasen gibt. Wir haben die feinen edlen Sloughis
auch bei den Nomaden am Rande der Sahara gefunden, wo sie noch mit in den
schwarzen Zelten leben oder im palmstrohgefertigten Winterlager in der Nähe der
Oasen. In der Kühle der Nacht erhalten die Sloughis eine bunte Schlafdecke. Bei
mehrtägigen Jagdaufenthalten in der Sahara
schlafen sie auch mit ihren Besitzern gemeinsam unter seinem warmen
Burnus.
Die Tage und Nächte zusammen mit einheimischen Begleitern
und Sloughis in der Wüste hinterließen bei uns Europäern die faszinierendsten
Eindrücke. Die Erinnerung an die Weite des Horizontes, an Sonnenaufgänge und
Mengen an purpurnem Licht, an den heißen Wind bei Tag und den kalten bei Nacht,
an die melancholischen Töne aus der Flöte eines Beduinen gehören ebenso zum
Sloughi wie die auf römischen Jagdmosaiken dargestellte 2000 Jahre alte Praxis,
mit dem Sloughi an der Slipleine auf der Suche nach Wild durch die Wüste zu
streifen.
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Eine tunesische Sitte ist es, den Sloughis die Ohren zu
kupieren und ihnen zusätzlich an der Innenseite der Vorderbeine drei
charakteristische Brandmale in Form von schrägen Streifen anzubringen. Man
findet dies nur bei echten Nomandensloughis, deren Besitzer sich dadurch eine
Verbesserung der Jagdeigenschaften ihrer Hunde versprechen. Die Ernährung der
nordafrikanischen Sloughis ist denkbar einfach. Sie werden mit
Getreideprodukten, Milch und Olivenöl gefüttert. Vor besonderen Anstrengungen
erhalten sie schon einmal Ei. Das ist im dortigen Klima und in Verbindung mit
der intensiven Sonnenbestrahlung offensichtlich ausreichend, um schöne,
leistungsfähige Tiere zu erhalten.
Bis in die jüngste Vergangenheit war der nordafrikanische
Windhund hierzulande nur ein seltener Gast. Er ist in Europa zwar schon lange
bekannt, was aber keineswegs damit gleichzusetzen ist, daß er populär sei.
Schon zwischen 1898 und 1900 brachte der holländische Maler und Afrikareisende
August Le Gras die ersten fünf Sloughis aus Nordafrika nach Holland. Aus ihnen
entwickelte sich eine bemerkenswerte Zucht, für die bereits 1904 ein erster
Standard erstellt und ein holländischer Sloughi-Club gegründet wurde. Das
reichlich erhaltene Fotomaterial aus den Zuchtunterlagen der damaligen Zeit
dokumentiert, daß der Typ der Rasse sich bis heute nicht verändert hat. Leider
haben die fast 200 Sloughis, die es zur Blütezeit der holländischen Zucht um
1912 gab, kein faßbares Erbe für die heutige Zeit hinterlassen. Genausowenig
konnten Nachkommen der ersten in den dreißiger Jahren in Deutschland gezüchteten
Sloughis über den Krieg hinweg bewahrt werden.
Durch seine jahrzehntelange Präsenz in Nordafrika hat
Frankreich eine lange, besondere Beziehung zur Rasse Sloughi. 1925 gab
Frankreich seinen Standard heraus und betreute den Sloughi später als „race
franςaise“ (französische Rasse). Allerdings blieb der Sloughi auch dort
lange Zeit mehr exklusiv-nostalgisches Andenken an französische Kolonialzeiten,
als Gegenstand moderner, zielbewußter Zucht.
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Zwischenzeitlich hat Marokko die
Standardführung für den
Sloughi selbst übernommen, so daß – einzigartig in der arabischen Welt –
das Heimatland für seine Nationalrasse die Rassekennzeichen selbst festlegt und
ein Zuchtbuch führt. Inwieweit die Errungenschaften der modernen Kynologie
allerdings bis zu den Sloughi-Besitzern in den entlegenen „Douars“ des
Vorderen Atlas oder in den Ebenen des „Sous“ vorgedrungen sind, ist eine
andere Frage. In Deutschland haben wir selbst ab 1971 die ersten Sloughis neuer
Zeit eingeführt und windhundsportlich bekanntgemacht.
Deutschland besitzt heute eine qualitativ hochstehende
Zucht mit rund 750 eingetragenen Tieren.*)
Ein Kreis engagierter Liebhaber sorgt
zunehmend für interessante Konkurrenz bei Ausstellung und Windhundrennen. Die
neue holländische Sloughi-Zucht ist ungefähr gleich alt wie die deutsche.
Importe aus den Ursprungsländern werden nach wie vor begrüßt.
Die Sloughi-Besitzer sind stolz auf eine enge Verbindung zu den
nordafrikanischen Heimatländern ihrer Rasse.
Der Sloughi ist faszinierend wegen der Ursprünglichkeit,
die bei ihm zu entdecken ist.
*) von 1971 bis 2003 wurden ca. 1270 Sloughis ins DWZB eingetragen
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Textauszug aus dem Buch "Windhunde -
Expertenrat für den Hundehalter" geschrieben von Ingeborg und Eckhard
Schritt,
erschienen 1991 im KOSMOS Verlag.
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